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Der Trenchcoat - ein selbstgenähter Klassiker

Beginnen wir mal mit einem Funfact: Wusstet ihr, dass der Trenchcoat von Thomas Burberry erfunden wurde? Er wird im Original mit Gabardine, der übrigens ebenfalls von ihm patentiert wurde, genäht, da der Stoff wasserabweisend ist. Wer die Marke kennt, weiß, dass so ein Burberry Trenchcoat extrem teuer ist. Und dennoch brauchte ich so einen zeitlosen Klassiker noch an meiner Kleiderstange. Super für den Frühling und für den Herbst. Der Schnitt Trenchcoat Tessa von Vikisews war perfekt, denn er ist schlicht, hat aber dennoch viele Details, die den Trenchcoat erst zu einem Trenchcoat machen: ein Reverskragen, die typischen Sturmsattel (oder Koller), eine zweireihige Knopfleiste, Armriegel, Taillengürtel und ein Gehschlitz.

Es sollte mein "Masterpiece" werden, denn dieser Mantel ist auf jeden Fall das (zeit-)aufwendigste Nähprojekt, das ich bisher hatte. Die Herausforderung dieses Schnittes war für mich, dass die Anleitung wieder auf Russisch war und unglaublich viele Schnitteile (22!) und Nähschritte hatte. Auf Instagram könnt ihr mein Kleid von Vikisews sehen, das ich Anfang März genäht habe. Das Ergebnis und die Passform haben mir so gut gefallen, dass es nicht bei dem einen Schnitt dieses Labels bleiben sollte (beim Kauf der Schnitte wählt man nämlich nicht nur die Konfektions-, sondern auch seine Körpergröße, sodass das Kleidungsstück direkt die richtige Länge hat).

Für die Übersetzung der einzelnen Schnittteile und für den Zuschnitt von Hauptstoff, Futter und Vliesline habe ich ein ganzes Wochenende gebraucht. Und obwohl ich sehr viel Zeit damit verbracht habe, den Text der Anleitung mit dem Google Translator zu übersetzen, und viel rumprobieren musste, da sehr oft nur wirres Zeug rauskam, hat mir der ganze Nähprozess großen Spaß gemacht.

Ich habe mich für einen weißen Baumwolltwill entschieden. Zwischendurch sah es mehr nach einem Arztkittel als nach einem Trenchcoat aus, aber je weiter ich kam, umso weniger sah er danach aus. Dennoch hätte ich im Nachhinein lieber eine andere Farbe und einen anderen Stoff gewählt, da er zu steif für mich ist und nicht so schön fällt.


Für das Innere habe ich einen blauen Futterstoff gewählt. Ich liebe es, wenn es so sauber verarbeitet ist und man keine Innennähte sieht. Die Arbeit lohnt sich auf jeden Fall!

Ich bin sehr stolz auf das fertige Stück und kann jedem den Schnitt empfehlen, der sich an etwas Aufwendigeres wagen möchte und so einen Musthave für den Frühling bzw. Herbst noch nicht hat. Natürlich darf man sich nicht davor scheuen, eine Menge zu übersetzen. Aber es ist auf jeden Fall machbar :-).

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